Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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Abraham bei einer Veranstaltung der DFG-VK Mainz 2006
Bei einer Veranstaltung der DFG-VK Mainz 2006
Abraham spricht in Ingelheim bei einer Demonstration gegen Abschiebungen 2009
Bei der Demonstration gegen Abschiebungen in Ingelheim 2009
Bei der Konferenz der War Resisters' International 2010 in Ahmedabad (4. v.l.)
2010 in Ahmedabad (Indien)

Abraham Mehreteab - ein Nachruf

Am vergangenen Montag verstarb Abraham Mehreteab in Offenbach am Main. Er war seit Jahren f├╝r die Eritreische Antimilitaristische Initiative aktiv und hatte zuletzt das Handbuch f├╝r gewaltfreie Kampagnen sowie die Brosch├╝re Von der Diktatur zur Demokratie ins Tigrinische ├╝bersetzt und innerhalb der eritreischen Community verbreitet.

Bereits mit 10 Jahren musste er unter den Folgen des Krieges in seinem Heimatland leiden. Beim Spielen explodierte eine Mine in seiner Hand. Dabei verlor er seinen rechten Arm und war zun├Ąchst praktisch blind. Trotzdem machte er sein Abitur und konnte schlie├člich ein Jurastudium an der Universit├Ąt Asmara im neu gegr├╝ndeten Staat Eritrea aufnehmen.

W├Ąhrend seines Studiums schloss sich Abraham der Kampagne gegen Landminen an und nahm internationale Kontakte auf. 1997 konnte er durch Operationen in S├╝dafrika teilweise wieder sehen. 1998 schloss er sein Studium ab und erhielt im gleichen Jahr den Reebook Human Rights Award (Reebook-Menschenrechtspreis) als einer der jungen Aktiven der Kampagne gegen Landminen.

Danach setzte sich Abraham daf├╝r ein, dass in Eritrea die einige Jahre zuvor verabschiedete Verfassung tats├Ąchlich umgesetzt werde. W├Ąhrend eines Auslandsaufenthaltes wurden Mitglieder seiner Gruppe in Eritrea verhaftet und verschwanden spurlos. 2003 erhielt Abraham Mehretab Asyl in Deutschland.

Wir lernten Abraham 2003 kennen, als wir gemeinsam mit ihm und anderen Eritreern eine Dokumentation mit Interviews und Hintergrundbeitr├Ągen zur Lage der Kriegsdienstverweigerer und Deserteure aus Eritrea erstellten und ver├Âffentlichten. Er sorgte f├╝r Kontakte zu DeserteurInnen, ├╝bersetzte und gr├╝ndete schlie├člich mit den DeserteurInnen die Eritreische Antimilitaristische Initiative, die immer eine Stimme f├╝r die Stimmlosen sein wollte: "Als Eritreer sehen wir die f├╝rchterliche Realit├Ąt in unserem Land. Wir sind die einzigen, die sie ver├Ąndern k├Ânnen. Es besteht immer noch die Chance, die unmenschliche Politik zu ver├Ąndern und unseren eritreischen Mitmenschen zu helfen."

In den letzten Jahren setzte er sich auch im Rahmen der War Resisters' International f├╝r das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung, f├╝r gewaltfreie Strategien und die Demokratisierung eines Landes ein, das von Diktatur und Milit├Ąrherrschaft gepr├Ągt ist, immer in der Hoffnung auf "gro├če Ver├Ąnderungen". 2014 besuchten wir mit ihm am Rande einer Konferenz der War Resisters' International in S├╝dafrika die dort aktive Eritreische Bewegung f├╝r Demokratie und Menschenrechte, um gemeinsame Projekte voranzutreiben.

Abraham starb nun an den Folgen eines Gehirntumors im 45. Lebensjahr.

Wir danken ihm f├╝r seinen unerm├╝dlichen Einsatz f├╝r Frieden und Menschenrechte.

 Rudi Friedrich, Connection e.V. & DFG-VK Hessen, 10. Dezember 2015

 

 

 

Letztes Update: 13.01.2016 15:06
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