Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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Peter Silbereisen (DFG-VK Wiesbaden)
Musik: Strohfeuer Express
Musik: Strohfeuer Express

Fukushima-Mahnwache in Wiesbaden am 10. März 2014

Redebeitrag der DFG-VK Mainz

Es gibt viele gute Gründe, alle Atomkraftwerke sofort und endgültig abzuschalten. Ich will hier vor allem auf einen besonderen Aspekt hinweisen, der uns vor zwanzig Jahren noch stärker bewusst war als heute: Von Anfang an und bis heute sind die zivile und die militärische Nutzung der Atomkraft untrennbar miteinander verknüpft.

Am Anfang der Nutzung der Atomenergie steht die Atombombe und der Schrecken von Hiroshima und Nagasaki. Erst danach kam man ĂĽberhaupt auf die Idee, diese Technologie des blanken Irrsinns quasi nebenbei zur Stromerzeugung zu nutzen.

Diese unheilvolle Symbiose besteht bis heute: Die Technik der Urananreicherung ist zur Energiegewinnung wie zum Bombenbau prinzipiell die gleiche. Ohne die Infrastruktur für die zivile Nutzung der Atomenergie würde die militärische Nutzung gleich viel mehr kosten.

Das betrifft uns alle. In Büchel in der Eifel lagern amerikanische Atomraketen, und auch die Bundeswehr ist über die „nukleare Teilhabe“ in den Einsatz dieser Systeme eingebunden. Liebe Leute, das kann nicht in unserem Interesse sein!

In den Kriegen der Nato wird sogenannte Uranmunition auch tatsächlich eingesetzt, und zwar massenhaft. Das Material dafür stammt aus dem Betrieb von Atom­kraft­werken.

Diese radioaktive, hoch toxische Munition bewirkt einen Zusammenbruch des Immunsystems und schwerste Störungen der Nieren, der Leber und der Lunge – Hauttumore und andere Krebsarten.

Dieses Zeug wird seit über zwanzig Jahren zum Teil tonnenweise verschossen. In Bosnien, im Kosovo, in beiden Golfkriegen und auch in Afghanistan war und ist das grausiger Alltag vor allem für die Zivilbevölkerung. Und mit dem Wind wird der Todesstaub von dort um die ganze Welt getragen. Liebe Freundinnen und Freunde, auch dies ist skandalös!

Wir sehen also: Es fĂĽhrt ein direkter Weg von Hiroshima nach Fukushima. Und es fĂĽhrt ein direkter Weg aus den zivilen Atomanlagen auf die Schlachtfelder dieser Welt.

Lasst uns diesen Verbrechen endlich ein Ende setzen. Hier und heute geht es dabei um den konsequenten Atomausstieg, jetzt und endgĂĽltig.

 

Wir wissen, dass dabei auf die Parteien kein Verlass ist, deren faule Kompromisse von der Atomwirtschaft gelobt werden. Die Parteispitzen lenken erst dann ein, wenn sie merken: der Weiterbetrieb ist nicht mehr gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzbar.

Also: Kommt zu dem bundesweiten Protest am 22. März wieder nach Mainz und Wies­baden <12 h Mainz Gutenbergplatz, 14 h Wiesbaden Hbf.>, beteiligt Euch weiter an den vielfältigen, gewaltfreien Formen des Protests, bis diese menschenfeindliche, lebensfeindliche Technologie endlich Geschichte ist!

- Keine Kompromisse mehr!

- Alle Atomkraftwerke abschalten - sofort und endgĂĽltig!

- Vernichtung aller atomaren Waffen einschlieĂźlich Uranmunition!

- FĂĽr eine regenerative und dezentrale Energiegewinnung!

Danke fĂĽr Euer Interesse und Eure Aufmerksamkeit.

 Rede als pdf

Es fĂĽhrt ein direkter Weg von Hiroshima nach Fukushima (Flugblatt der DFG-VK Mainz)

Letztes Update: 18.03.2014 19:59
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