Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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Mohamed Fathy von Abschiebung aus Deutschland bedroht

In Ägypten drohen Kriegsdienstverweigerern und Menschen, die das Militär kritisieren, lange Haftstrafen. Mohamed Fathy Abdo Soliman hatte 2012 aus seinen pazifistischen Überzeugungen heraus seine Kriegsdienstverweigerung erklärt: „Der Militärdienstzwang raubt den Menschen ihr natürliches Recht auf körperliche Freiheit, die Wahl-, Meinungs-, Glaubens- und Bewegungsfreiheit. Ich weigere mich, als ein Werkzeug zur Unterdrückung und zum Töten benutzt zu werden.“ Daraufhin wurden ihm die Papiere verweigert, die ihm ermöglichen zu arbeiten, zu studieren oder ein Konto zu eröffnen, was als „ziviler Tod“ bekannt ist. Inzwischen ist es ihm gelungen, nach Deutschland zu kommen. Hier droht ihm jedoch die Rückschiebung nach Italien und letztendlich nach Ägypten. (Information vom Mai 2016)

NEU: "Ich glaube nicht an Gewalt". Ein Gespräch mit dem ägyptischen Kriegsdienstverweigerer Mohamed Fathy Abdo Soliman. In: Graswurzelrevolution Nr. 410 (Sommer 2016)

Solidarität mit den ägyptischen Kriegsdienstverweigerern Emad el Dafrawi und Mohamed Fathy

Erklärung von Friedens- und Menschenrechtsorganisationen (November 2013)

Auf Englisch: Statement: Solidarity with Egyptian Conscientious Objectors Emad el Dafrawi and Mohamed Fathy

Auf Arabisch      Auf Deutsch als pdf-Datei

Wir, Friedens- und Menschenrechtsorganisationen, erklären hiermit unsere Unterstützung und Solidarität mit der Bewegung Nein zum Kriegsdienstzwang (No to Compulsory Military Service Movement) sowie mit den ägyptischen Kriegsdienstverweigerern Emad el Dafrawi und Mohamed Fathy. Wir verurteilen das Schweigen der ägyptischen Behörden zum Leid der Kriegsdienstverweigerer. Wir fordern die ägyptische Regierung auf, ihre bürgerlichen Rechte wiederherzustellen und das Recht auf Militärdienstverweigerung aus Gewissensgründen anzuerkennen.

Emad el Dafrawi, geboren 1987, hat seine Kriegsdienstverweigerung am 12. April 2012 aus pazifistischen Gründen erklärt: "Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Militärische Handlungen und Aktionen, das Tragen von Waffen und der Gebrauch von Gewalt widersprechen meinen Überzeugungen." Er stellte klar, dass er keine militärischen Befehle befolgen werde wie eine Teilnahme am Krieg oder das Töten von friedlichen DemonstrantInnen.

Mohamed Fathy Abdo Soliman, geboren 1988, erklärte am 20. Juli 2012 aus seinen pazifistischen Überzeugungen heraus seine Kriegsdienstverweigerung: "Die Wehrpflicht raubt den Menschen ihr natürliches Recht auf körperliche Freiheit, die Wahl-, Meinungs-, Glaubens- und Bewegungsfreiheit. Ich weigere mich, als ein Werkzeug zur Unterdrückung und zum Töten benutzt zu werden."

Beide haben sich mit Briefen an das ägyptische Militär und zivile Behörden gewandt und gefordert, von der Ableistung des Militärdienstes ausgenommen zu werden, um einen alternativen zivilen Dienst abzuleisten. Aber alle ihre Briefe wurden ignoriert. Größere internationale Menschenrechtsorganisationen ignorierten ihr Leid ebenfalls. Seit nun über 15 Monaten leben beide ohne den überwiegenden Teil ihrer bürgerlichen Rechte. Ihnen ist es gesetzlich untersagt, zu arbeiten oder zu studieren. Sie können keinen Reisepass erhalten und so auch nicht das Land verlassen. Dieser Zustand kann zumindest sieben Jahre andauern.

Kriegsdienstverweigerung ist Bestandteil des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit nach Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte. Dieser Vertrag wurde von Ägypten ratifiziert. Deshalb rufen wir die ägyptische Regierung dazu auf, internationale Standards zu respektieren und den selbst auferlegten Verpflichtungen nachzukommen. Das schließt die Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung von Emad el Dafrawi und Mohamed Fathy ein.

November 2013

Unterzeichnet von:

Weitere UnterstützerInnen können sich melden bei nomilservice(at)gmail.com

Ăśbersetzung aus dem Englischen: Rudi Friedrich

WeiterfĂĽhrende Informationen:

Letztes Update: 01.07.2016 16:41
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