Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung, Seoul 2017

Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung ÔÇô 15. Mai

Schwerpunkt 2018: S├╝dkorea

Aktionen in Berlin, London, Seoul, Berkeley, anderswo und im Internet

 

Berlin

Korea: Um die Chance auf Frieden zu nutzen, muss das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anerkannt werden.
Pressemitteilung
von AKI IG Metall, Connection e.V., DFG-VK Berlin-Brandenburg, DOAM, IDK und Korea-Verband zur Aktion vor der s├╝dkoreanischen Botschaft in Berlin am 15. Mai

 

Beendet die Inhaftierung der Kriegsdienstverweigerer in S├╝dkorea!

Aktion in BERLIN am und zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung

Dienstag, 15. Mai 2018, 16-18 Uhr

vor der Botschaft der Republik Korea, St├╝lerstr. 10, 10787 Berlin

 

E-Mail-Aktion am 15. Mai:

Die War Resisters' International wird am 15. Mai die M├Âglichkeit bieten, mit einer E-Mail an die s├╝dkoreanische Regierung die Freilassung der inhaftierten Kriegsdienstverweigerer zu fordern. Weitere Aktionsvorschl├Ąge:   How to take Action

 

Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung ÔÇô 15. Mai

1985 erkl├Ąrte das International Conscientious ObjectorsÔÇś Meeting (ICOM, Internationales Kriegsdienstverweigerungstreffen) den 15. Mai zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung. Heute koordiniert die War ResistersÔÇś International (WRI) die weltweiten Aktionen und Veranstaltungen zu diesem Aktionstag. Inhaltlicher Schwerpunkt ist 2018 die Situation in S├╝dkorea.
 
S├╝dkorea: Hunderte in Haft
Der s├╝dkoreanische Staat erkennt das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in keiner Form an, auch nicht das eingeschr├Ąnkte Recht auf Verweigerung aus Gewissensgr├╝nden mit Ersatzdienstzwang. Es sind st├Ąndig Hunderte von Kriegsdienstverweigerern im Gef├Ąngnis: 2015 etwa 700, 2017 ungef├Ąhr 400, die ├╝berw├Ąltigende Mehrheit von ihnen Zeugen Jehovas, aber auch einige nicht-religi├Âs motivierte politische Verweigerer. Anderthalb Jahre Haft ist die Standardstrafe.

Sowohl der UN-Menschenrechtsausschuss als auch die s├╝dkoreanische Nationale Menschenrechtskommission haben die Einf├╝hrung eines Ersatzdienstes f├╝r Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgr├╝nden empfohlen. 2017 wurden einzelne Verweigerer freigesprochen, weil Gerichte ihre Verweigerung als begr├╝ndet ansahen, solange der Staat keinen Alternativdienst anbietet. Einige der Urteile wurden wieder aufgehoben. Jetzt ist das Verfassungsgericht zust├Ąndig. Der neu gew├Ąhlte Pr├Ąsident Moon Jae-in hatte im Wahlkampf einen Ersatzdienst versprochen. F├╝rs Recht auf Kriegsdienstverweigerung setzt sich World Without War (Jeonjaeng eobsneun Sesang), die s├╝dkoreanische Sektion der War ResistersÔÇś International, ein.
 
Zwangsrekrutierung verbreitet sich wieder
Seit den 1990er Jahren haben viele Staaten die sogenannte ÔÇ×WehrpflichtÔÇť(1) entweder abgeschafft oder ausgesetzt. Dieser Trend hat sich umgekehrt. 2013 hat Norwegen den Kriegsdienstzwang nicht nur nicht abgeschafft, sondern auf Frauen ausgeweitet. Schweden nahm 2018 die Zwangsrekrutierung wieder auf und bezog Frauen ein. Seit 2014 haben die Ukraine, Litauen, Georgien und Kuwait den Milit├Ąrdienstzwang reaktiviert. Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihn eingef├╝hrt.

In Frankreich will Pr├Ąsident Macron die R├╝ckkehr des Zwangsdiensts. In Deutschland sind laut Wehrpflichtgesetz M├Ąnner nach wie vor ÔÇ×wehrpflichtigÔÇť. Zwangsmusterungen und Zwangseinberufungen sind nur ausgesetzt, nicht abgeschafft, und k├Ânnen mit einfacher Mehrheit des Bundestags reaktiviert werden. Nicht nur die AfD fordert das.
 
Aktionstag 15. Mai
 2017 gab es z.B. in sechs St├Ądten in Gro├čbritannien Kundgebungen, Mahnwachen, eine Kranzniederlegung sowie Veranstaltungen mit Lesungen, Gesang, Theater und Filmvorf├╝hrung. In Mannheim wurde, organisiert von Connection e.V., in einem Wohnprojekt auf dem Gel├Ąnde einer ehemaligen US-Kaserne ein Weg nach dem US-Deserteur Andr├ę Shepherd benannt, der in Deutschland politisches Asyl beantragt hat. In W├╝rzburg protestierte die DFG-VK gegen ein Bundeswehrkonzert und gedachte an verschiedenen Stellen der Stadt der Geschichte von Pazifismus und Kriegsdienstverweigerung. In der T├╝rkei erkl├Ąrten drei Kriegsdienstverweigerer ├Âffentlich ihre Verweigerung. In Kolumbien widmete sich ein Webinar den Friedensverhandlungen und der Militarisierung. Es gab eine Fahrradtour in Seoul. Vor der israelischen Botschaft in Helsinki wurde Solidarit├Ąt mit israelischen Kriegsdienstverweiger*nnen demonstriert.

Bisher (5.5.18) ist bekannt, dass 2018 in London bei der allj├Ąhrlichen Zeremonie am Gedenkstein f├╝r Kriegsdienstverweigerer auf dem Tavistock Square das Kriegsende 1918 im Mittelpunkt stehen wird. Auch in anderen britischen St├Ądten werden Veranstaltungen stattfinden.

In Seoul wird mit dem Fahrrad demonstriert und die koreanische Ausgabe des neuesten Buches der WRI zur Kriegsdienstverweigerung vorgestellt:  Conscientious Objection: A Practical Companion for Movements.

Auch in Berkeley (California) wird des Internationalen Tags der Kriegsdienstverweigerung gedacht.

ÔÇ×Beendet die Inhaftierung der Kriegsdienstverweigerer!ÔÇť, fordern in einer Aktion vor der s├╝dkoreanischen Botschaft in Berlin (Dienstag, 15. Mai, 16-18 Uhr, St├╝lerstr. 10, 10787 Berlin) Berliner Mennonitengemeinde, Connection e.V., DFG-VK Berlin-Brandenburg, Deutsche Ostasienmission (DOAM), International Peace Bureau (IPB), Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK), Korea-Verband und Mennonitisches Friedenszentrum Berlin.

Weitere Aktionen in aller Welt sind zu erwarten.
 
Gernot Lennert, Landesgesch├Ąftsf├╝hrer, Deutsche Friedensgesellschaft ÔÇô Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Hessen

Artikel geschrieben f├╝r Friedensforum Nr. 3/2018, aktualisiert f├╝r Graswurzelrevolution Mai 2018, hier zuletzt aktualisiert am 5.5.2018

Anmerkung:
1) Wehrpflicht und Wehrdienst und davon abgeleitete Begriffe suggerieren bez├╝glich des zwischenstaatlichen Verh├Ąltnisses, dass das Milit├Ąr der Verteidigung diene. Allerdings haben sogenannte Wehrdienstleistende schon viele Angriffskriege gef├╝hrt. Das gilt vor allem f├╝r Deutschland. Im Spannungsverh├Ąltnis zwischen Individuum und Staat ist der Begriff ebenfalls abwegig. Wehrdienst leisten gerade diejenigen, denen es nicht gelingt, sich gegen die Rekrutierung zum Milit├Ąr erfolgreich zu wehren. Deshalb verwende ich diese sachlich unzutreffenden und realit├Ątsverschleiernden Propagandabegriffe nicht oder nicht ohne Anf├╝hrungszeichen.
 

Letztes Update: 29.06.2018 18:36
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