Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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Übersetzt von Steffen Hänschen. Das Buch erscheint im Januar 2013 im Metropol-Verlag, ISBN 978-3-86331-079-0, ca. 320 S., 24 €,

BEŁŻEC

Das erste Vernichtungslager der Aktion Reinhardt

Buchvorstellung mit dem Autor Robert Kuwałek und der pädagogischen Mitarbeiterin der Gedenkstätte Bełżec Ewa Koper

Mittwoch, 23. Januar 2013, 20 Uhr

FRANKFURT/M., Café ExZess, Leipziger Straße 91

Flugblatt zur Veranstaltung     Plakat zur Veranstaltung

In den Vernichtungslagern der Aktion Reinhardt sind mehr als zwei Millionen Juden und mehr als 50.000 Sinti und Roma ermordet worden. Während Treblinka als Todeslager der Aktion Reinhardt bekannt ist, sind die Massenmorde in Bełżec und Sobibór selbst in Polen fast in Vergessenheit geraten. Kaum jemand hatte die Deportationen nach Bełżec überlebt. Gezielt verwischten die Täter die Spuren des Verbrechens am Tatort.

Am 1. November 1941 wurde in Bełżec mit dem Bau des Vernichtungslagers begonnen. Bereits im Dezember standen die Gaskammern und einige Baracken, während künftige Wachmänner aus dem SS-Ausbildungslager Trawniki die ersten Massengräber aushoben. Der SS-Hauptsturmführer Christian Wirth führte als Lagerkommandant im Februar 1942 erste Probevergasungen durch. Zuvor war Christian Wirth führend im Rahmen der T4-Aktion an der Ermordung von Behinderten im deutschen Reichsgebiet beteiligt. Auch die übrigen SS-Männer der Lagerleitung waren in den Euthanasiemordanstalten tätig gewesen.

Die ersten Deportationszüge nach Bełżec fuhren am 17. März 1942: Morgens aus dem Lubliner Ghetto und nachmittags aus dem Lemberger Ghetto. Am Anfang wussten weder die Opfer noch die übrige Bevölkerung, wohin die Züge wirklich fuhren. Von Umsiedelung war die Rede. Das Vernichtungslager Bełżec wurde als Transitlager getarnt. Die Transporte wurden mit Güterwagen durchgeführt, mit der Direktion der Deutschen Ostbahn koordiniert und nach speziellen Tarifen abgerechnet. Im Krakauer Distrikt begannen die Deportationsaktionen erst Ende Mai 1942.

Die Kapazität der Gaskammern wurde im Sommer durch Neubauten vergrößert. In einer zweiten Phase fanden ab August 1942 die intensivsten Deportationswellen statt. In Ostpolen und auch über BBC verbreiteten sich zunehmend Informationen über Bełżec. Die Opfer nahmen statt Kleidung Werkzeuge mit in die Waggons, um Löcher in Böden und Wände zu schlagen, in der Hoffnung, flüchten zu können. Der letzte Transport traf am 11. Dezember 1942 ein. Seit November 1942 wurden Leichen exhumiert und auf Rosten aus Eisenbahnschienen verbrannt.

In einem vom britischen Abhördienst entschlüsselten Telegramm meldete der SS-Hauptsturmführer Höfle am 11. Januar 1943 für Bełżec insgesamt 434.508 Tötungen.

Bis Frühjahr 1943 waren sämtliche Gebäude bis auf ihre Fundamente abgebrochen und alle Spuren beseitigt. Zur Tarnung wurde auf dem Gelände ein Bauernhof errichtet.

Nur zwei Überlebende des Vernichtungslagers Bełżec sind bekannt: Rudolf Reder und Chaim Hirszman.

Veranstaltet von 

  • Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Frankfurt
  • DFG-VK Bildungswerk Hessen e.V. 

im Rahmen einer Lesereise des Bildungswerks Stanisław Hantz vom 17.-26. Januar 2013 mit weiteren Buchvorstellungen in Dachau, Frankenthal, Hamburg, Berlin, Gießen und Vöhl.

 

Letztes Update: 31.12.2012 11:06
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