Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Landesverband Hessen

Türkei: Gewalt und Repression – kein Ende in Sicht?

Mit Halil Savda, Kriegsdienstverweigerer und Journalist aus der Türkei

FRANKFURT/M.,

Montag, 18. November 2019

Saalbau Gutleut, Rottweiler Str. 32, Raum Gutleuthof, 19 Uhr

Veranstaltungsfaltblatt in Deutsch und Türkisch

Der erneute Einmarsch in Syrien, Militäreinsätze in den kurdischen Gebieten, Verhaftungen von Oppositionellen, Absetzung von Bürgermeister*innen, Gerichtsverfahren gegen Tausende Oppositionelle. Die Gewalt und Repression nimmt kein Ende. Dabei hatte der Ausgang der Kommunalwahlen im Frühjahr 2019 in großen Städten im Westen der Türkei der Opposition zunächst Hoffnung gegeben. Wie aber sieht es konkret aus? Nur wenige Berichte sind darüber in den Medien zu finden.

Mit einer Veranstaltung mit dem aus der Türkei stammenden Kriegsdienstverweigerer und Journalisten Halil Savda bieten wir die Möglichkeit, mehr aus erster Hand zu erfahren. Halil Savda wird über die Lage im Südosten der Türkei und den Krieg berichten und über die Grenzen und Möglichkeiten, wie Gruppen und Organisationen in der Türkei für Demokratie, Frieden und Menschenrechte arbeiten können.

Auf der Veranstaltung wollen wir auch zwei Kriegsdienstverweigerern aus der Türkei, die derzeit in Deutschland Schutz vor Einberufung und Verfolgung suchen, die Möglichkeit geben, über ihre Motive zur Verweigerung zu berichten. Cemil Özdemir ist Filmemacher und lebt derzeit in Köln. Beran Mehmet İşçi hat Asyl beantragt und lebt in der Nähe von Augsburg.

Halil Savda ist ein aus Cizre stammender Kriegsdienstverweigerer und Journalist. Er ist bekannt geworden durch den von ihm initiierten Friedensmarsch von Roboski nach Ankara im Jahr 2012. Vor zwei Jahren musste er aufgrund von verschiedenen politischen Strafverfahren nach Zypern fliehen

Es laden ein:

  • Connection e.V.
  • DFG-VK Frankfurt
  • DFG-VK Bildungswerk Hessen

 

Halil Savda, Beran Mehmet İşçi, Cemil Özdemir und Ercan Jan Aktaş gehören zu den Unterzeichnern einer Erklärung vom 23. Oktober 2019 zur türkischen Invasion in Nordsyrien.

Türkei: Sei kein Soldat der Invasion!

İşgalin neferi olmayın! (Text auf Türkisch)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan startete am 9. Oktober 2019 eine Invasion in Nordsyrien.

Diese Besatzung ist ein Versuch, die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechte der syrischen Kurden zu zerstören. Die Invasion wird insbesondere von türkischen Streitkräften und durchgeführt, unterstützt von der sogenannten syrischen Nationalarmee. Die syrische Nationalarmee ist ein Zusammenschluss von islamistischen Milizen. Während Erdoğan mit dieser Operation die Kurden zerschlagen will, eröffnet sie dem Islamischen Staat zugleich die Gelegenheit aktiv zu werden.

Die Invasion ist ein völkerrechtswidriger Krieg. Sie verletzt internationales Recht.

Als Kriegsdienstverweigerer und Kriegsgegner*innen stellen wir uns gegen diese Besatzung. Wir werden uns nicht an der Besatzung beteiligen und fordern alle auf, sich gegen diese ethnische Säuberungsaktion zu stellen!

Diejenigen, die die Entscheidung zur Invasion getroffen haben, diejenigen, die daran teilnehmen und diejenigen, die dafür Unterstützung anbieten, sollten wissen, dass sie Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen.

Wir sagen ihnen und ihren Unterstützer*innen: Hört auf, ein Teil davon zu sein!

Wir fordern die Türkei auf, die Militärdienstpflicht abzuschaffen und das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen. Wir fordern zugleich alle Staaten des Dubliner Übereinkommens auf, Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren Schutz und Asyl zu gewähren.

Schluss mit der Besatzung! Frieden jetzt!

Verweigere, leiste Widerstand! Gehe nicht zum Militär!

Halil Savda, Beran Mehmet İşçi, Cemil Özdemir, Ercan Jan Aktaş


Hintergrundinformationen:

25 Jahre lang ein Teufelskreis von Verfolgung. Interview mit dem kurdischen Kriegsdienstverweigerer Halil Savda der in Zypern politisches Asyl erhalten hat.
Interview geführt von Gernot Lennert, veröffentlicht in Zivilcourage Nr. 1/2018

Gernot Lennert: Zypern: Geteilte und militarisierte Insel.
In: Zivilcourage Nr. 1/2018

 

 

 

 

 

Letztes Update: 06.11.2019, 00:42 Uhr