Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Landesverband Hessen

StartAktuellGesch├ĄftsstelleBildungswerkThematischesMaterialGruppenDFG-VK Rheinland-Pfalz

 

Abschiebestopp nach Afghanistan ÔÇô jetzt!

Bundesweiter Aktionstag: Samstag, 11. Februar 2017

Afghanistan ist #KeinSicheresLand
Wer abschiebt, gef├Ąhrdet Menschenleben!

Demonstrationen in Wiesbaden und anderen St├Ądten

Wiesbaden Hbf. 13 Uhr

 

Cornelia Mannewitz, Bundessprecherin der DFG-VK, erkl├Ąrte dazu:

Anfang Oktober 2016 wurde mit der afghanischen Regierung ein Abkommen ├╝ber die R├╝cknahme afghanischer Fl├╝chtlinge abgeschlossen. Die Bundesregierung hat daraufhin 15 Charterfl├╝ge von Frankfurt/Main nach Kabul geplant. Zwei dieser Fl├╝ge haben schon stattgefunden. Etwa 60 Fl├╝chtlinge wurden abgeschoben. Ihre Zukunft in Afghanistan ist h├Âchst unsicher. Laut einem Bericht des UN-Hochkommissars f├╝r Fl├╝chtlinge (UNHCR) vom Dezember 2016 hat sich die Lage im Land bereits seit April 2016 weiter versch├Ąrft. ├ťberall im Land finden K├Ąmpfe und Anschl├Ąge statt (https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2015/12/2017-Bericht-UNHCR-Afghanistan.pdf). Die UN benennen in einem Bericht vom 6. Februar das Jahr 2016 als das Jahr, in dem seit dem Beginn ihrer Aufzeichnungen ├╝ber zivile Opfer in Afghanistan 2009 die meisten Get├Âteten und Verletzten zu beklagen waren: 3498 Tote und 7920 Verletzte, unter ihnen 923 tote und 2589 verletzteKinder (http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=56113#.WJxxfH-gNPY). Da die Lage sich t├Ąglich ├Ąndert, gibt es keine sicheren Gebiete in Afghanistan. Das Ausw├Ąrtige Amt warnt dringend vor Reisen in dieses Land (http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/AfghanistanSicherheit_node.html). Niemand ist dort von der Bedrohung f├╝r seine Gesundheit und sein Leben ausgenommen. Erst am Mittwoch dieser Woche sind sechs afghanische Mitarbeiter des Roten Kreuzes bei ihrer Arbeit im Norden Afghanistans ermordet worden. Hinzu kommt, dass der IS seine Aktivit├Ąten inzwischen auf Afghanistan ausgeweitet hat.

Einige Bundesl├Ąnder sehen aufgrund dieser Lage zurzeit von Abschiebungen ab. Der Aktionstag am Sonnabend will auch erreichen, dass es noch mehr werden.

Die Friedensbewegung hatte jahrelang gefordert, das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan zu beenden. Das Engagement der Bundeswehr hat zu dieser desolaten Situation beigetragen. Afghanistan als ein sicheres Land darzustellen, bedeutet auch, diesen Milit├Ąreinsatz im Nachhinein rechtfertigen zu wollen. Gleichzeitig w├╝nscht man vermutlich, sich einer betr├Ąchtlichen Zahl von Fl├╝chtlingen (├╝ber 10 000 afghanische Fl├╝chtlinge mit Duldungsstatus leben in Deutschland) auf diese Weise zu entledigen.

Die Fl├╝chtlinge aus Afghanistan sind vor Krieg und Zerst├Ârung geflohen.
Sie brauchen Schutz und eine sichere Bleibeperspektive. Zusammen mit Fl├╝chtlingsr├Ąten, Migrantenorganisationen, Unterst├╝tzerinitiativen und Pro Asyl, die die Kundgebungen und Demonstrationen ma├čgeblich tragen, sollten deshalb auch die Friedensbewegten am 11. Februar auf die Stra├če gehen.

Abschiebungen nach Afghanistan sofort stoppen!

Letztes Update: 10.02.2017 13:57
Druckversion Kontakt Impressum